liebesgeschichte

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Verliebt in Manchester

 

Schon wieder so ein Morgen. Die Vögel singen laut ihre Lieder, Tau tropft von den Blättern und ich wache wieder einmal zu spät auf. Schon das 3. Mal in dieser Woche. Ach ich habe ganz vergessen mich vorzustellen. Ich heiße Alexander Miller, aber viele nennen mich einfach nur Xander. Ich bin 27 Jahre alt, so ca. 1,84m groß, braune mittellange Haare, grüne Augen und bin recht schlank, habe zwar keinen Waschbrettbauch aber was soll’s ich bin halt ein ganz normaler Mensch, der in einer einfachen Wohnung lebt und Single ist. Ich arbeite bei einer großen Firma. Ich sitze im Büro, aber ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung wie der Job genau heißt. Es ist ja auch egal was ich arbeite, viel wichtiger ist das ich in einer Stunde im Büro sitze und meine Arbeiten erledige.

Auf Frühstück muss ich heutige verzichten, weil ich sonst den Bus nicht mehr kriege. Ich springe also in meine Sachen und düse zum Bus, den ich gerade noch ereiche. Nun sitze ich mal wieder in dem alten Bus Richtung Havner Street. Er ist mal wieder ziemlich voll, weil viele Menschen um diese Zeit arbeiten müssen. Es sitzen auch viele Senioren in dem Bus, weil sie nicht mehr in der Lage sind noch Auto zu fahren. Wer hier in Manchester Auto fährt muss entweder verrückt sein, oder er ist ein Fan von langen Wartezeiten. Um diese Uhrzeit sind die Straßen sehr voll, mich wundert’s wie der Bus es immer so schnell schafft mich zum Ziel zu bringen. Bus fahren ist an und für sich eine tolle Sache. Man trifft auf alle Generationen, hat immer jemanden zum Reden und es ist selten langweilig. Letzte Woche hatte ein alter Mann einen Herzinfarkt und die Woche davor konnte ein Baby nicht warten ans Tageslicht zu gelangen. Es gibt aber noch einen Grund, warum ich jeden Morgen mit dem Bus zur Arbeit fahre. Mit diesem Bus fährt auch Natascha Lange. Sie kommt gebürtig aus Deutschland lebt aber schon 15 Jahre in Englang. Sie spricht fließend englisch und hat eine verzaubernde Stimme. Nicht nur ihre Stimme ist wunderschön, nein auch der Rest an ihr scheint makellos zu sein. Ihre langen engelblonden Haare, ihre meerblauen Augen und ihr lächeln fallen einem sofort auf wenn man sie anschaut. Aber nicht nur das macht sie so besonders. Ihr Charakter ist auch nicht von schlechten Eltern. Sie ist immer nett, hört einem zu wenn man Sorgen hat und schafft es immer wieder andere Leute mit ihrer Art aufzubauen. Sie ist eigentlich die Art von Frau die sich ein Mann wünscht. Dennoch ist auch sie Single. Was ich irgendwie überhaupt nicht verstehen kann. Sie sitzt also jeden Morgen in dem gleichen Bus wie ich. Weil ihre Haltestelle die erste ist, an der der Bus hält, hat sie immer denselben Platz. Sie arbeitet nebenbei gesagt in der gleichen Firma wie ich, nur 2 Etagen unter mir in der Marketing Abteilung. Ich will schon seit längerem was von ihr, aber ich schaffe es einfach nicht sie mal auf ein Glas Wein einzuladen. Ihr fragt euch bestimmt warum ausgerechnet zu einem Glas Wein. Tja ich kann’s euch sagen. Ihr bester Freund ist mein Arbeitskollege und er gibt mir Tipps was sie gerne mag und so weiter. Sie liest gerne, badet gerne im Kerzenlicht und trinkt am Abend gerne mal ein Glas Wein. Er hat mir aber auch erzählt das sie nicht eine von den normalen Mädchen ist, die sich schnell verlieben. Sondern wer ihr Herz erobern will sollte mehr haben als nur einen Enterharken. Doch das schreckt mich nicht ab. Ihre Liebe zu spüren, ist mein größtes verlangen. Jetzt mal wieder zurück zur Busfahrt. Ich bin nur noch 2 Haltestellen von der Arbeit entfernt und mein Blick weicht nicht von ihr. Doch plötzlich steht sie auf, ich frage mich was sie in der Korn Street wolle. Aber meine Gedanken waren überflüssig, sie macht den Platz nur für eine ältere Dame frei. Auch das ist der Beweis, dass Natascha eine klasse Frau ist. Nach ca. 10 Minuten, war der Bus in der Havner Street. Ich steige vor Natascha aus, doch ich warte bis sie die Tür öffnet und dahinter verschwindet. Erst jetzt gehe ich hinein. Doch dann bekomme ich einen Schrecken. Dort wo Miss Howter saß, steht eine Kerze mit ihrem Foto drauf. Sie ist am Wochenende bei einem Autounfall gestorben. Sie wollte einer älteren Dame über die Straße helfen, doch dann kam ein Auto um die Ecke und erfasste Miss Howter. Miss Howter hatte zwei Möglichkeiten. Entweder zur Seite springen und ihr Leben retten, oder die ältere Dame zu retten. Sie entschied sich für die ältere Dame und musste ihr Leben dafür geben. Das brachte aber nicht viel. Die ältere Dame starb 2 Tage später an Herzversagen. Dieses Bild auf der Kerze trifft mich sehr. Ich gehe mit gesenktem Kopf Richtung Fahrstuhl. Ich fahre in den 8. Stock und gehe in mein Büro. Auf dem Weg dahin ist es sehr Still. Das wundert mich, denn im Flur ist sonst immer viel los. Die Männer reden über die Fußball Spiele und die Frauen reden über ihre neuen Frisuren. Doch heute ist es anders. Alle sitzen an ihren Schreibtischen und arbeiten. Sie wollen sich ablenken. Denn alle sind traurig darüber was mit Miss Howter geschah. Schlimmer kann der Tag bestimmt nicht werden. Doch als ich das Büro betrete, sehe ich meinen Chef. Er steht da mit seinem Anzug und guckt mich böse an. Er fragt leicht abwertend, ob ich lange genug geschlafen hätte. Weil ich keine Lust auf einen Streit mit meinem Chef habe, gebe ich ihm wie immer Recht und sage das es mir Leid und das es nie wieder vorkommt. Aber diesmal reicht das leider nicht. Er legt mir einen großen Stapel Mappen auf den Tisch und fügt noch hinzu, das er nächste Woche alle Mappen fertig auf seinem Schreibtisch liegen haben will, ansonsten ist das mein Rauswurf. Na klasse erst die Sache mit Miss Howter und jetzt noch kurz vor der Kündigung. Der Haufen Mappen heißt auch mal wieder jede Menge Überstunden, denn in der normalen Arbeitszeit schaffe ich das niemals. Ich mache mich also an die Arbeit und schalte das Radio ein. Im Radio spielen sie ein trauriges Lied, was meine Stimmung nicht gerade anhebt. Während ich in meiner Arbeit vertieft bin, denke ich die ganze Zeit an Natascha. Ich kann es mir eigentlich nicht erlauben jetzt an was anderes zu denken, aber ich bekomm sie einfach nicht aus meinem Kopf. Ich stell mir vor wie wir auf dem Sofa liegen, Wein trinken und uns küssen. Plötzlich geht die Tür auf und Natascha steht vor mir. Sie sagte nichts, sondern lächelte nur. Erst nach meiner Anfrage was sie von mir wolle, sagt sie das sie mich zum Mittag einladen wolle. Ich bin total von den Socken, aber als mein Blick die Mappen trifft war meine Freude gleich wieder verschwunden. Ich muss dankend absagen, obwohl das die Chance wäre an sie ran zu kommen. Aber ich kann es mir auch nicht leisten meinen Job zu verlieren. Ihr lächeln verschwand von ihren Lippen und sie schloss die Tür ohne ein Wort zu sagen. Seit dem Moment, als sie die Tür schloss, mache ich mir mehr Gedanken darüber was passiert wäre wenn ich mit ihr Essen gegangen wäre, als über meine Arbeit. Ich schaffe es trotzdem nicht mehr dran zu denken und mache mit meiner Arbeit weiter. Bei der 5. Mappe angekommen, höre ich den Radiosprecher die Zeit ansagen. Oh mein Gott, schon 20 Uhr. Na klasse den letzten Bus habe ich schon seit 20 Minuten verpasst und es regnet auch noch draußen. Verflixte Arbeit! Zum Glück hatte ich meinen Notfall Regenschirm dabei, obwohl heute Morgen noch keine Wolke zusehen war. Ich gehe aus meinem Büro hinaus und gehe Richtung Ausgang. Am Ausgang wartet wieder  Willy. Willy ist eine Art Türsteher, er passt halt auf das niemand Unbefugtes hinein kommt. Er ist diesmal aber ganz von der Rolle und redet nicht mehr so viel. Es liegt wahrscheinlich an dem Tod von Miss Howter. Willy war verliebt in sie. Für ihn ist seine heile Welt zusammen gebrochen. Ich verabschiede mich von Willy und gehe mit aufgespanntem Schirm in den prasselnden Regen. Wieder mal ein Tag vorbei. Wieder mal ein Tag wo ich die Chance hatte näher an Natascha ranzukommen, die ich aber wieder mal vergeigt habe. Ich gehe also in Richtung meiner Wohnung und denke an nichts anderes, als an Natascha. Diese Frau bringt mich so in aus der Fassung, dass ich fast vergessen habe wo eigentlich meine Wohnung ist. Endlich bei meiner Wohnung angekommen, öffne ich pitschnass die Tür und gehe hinein. Ganz geschafft von der Arbeit, nehme ich ein schönes Bad und entspanne erst mal so richtig. Es ist jetzt 23.45 Uhr und ich mache mich auf den Weg ins Bett. Doch schlafen kann ich nicht. Natascha hat es irgendwie geschafft in meinem Kopf zu bleiben und das schaffen nicht alle Frauen. So gegen 2 Uhr nachts schaffe ich es doch einzuschlafen. Am nächsten Morgen klingelt der Wecker sogar pünktlich und ich schaffe es sogar zu frühstücken. Gut gelaunt gehe ich zur Bushaltestelle. Sogar der Bus kommt an diesem Morgen pünktlich. Auch das ist selten im Moment. Überall wo man hinsieht werden die Straßen neu gemacht. Aber Arbeiten an den Straßen heißt lange Staus, dass heißt der Bus verspätet sich, ich komme zu spät zur Arbeit und das wäre mein Rauswurf. Also ein Grund mehr sich zu freuen. Doch wieder hält meine Freude nicht lange. Denn dort wo normalerweise Natascha sitzt, sitzt ein älterer Herr mit Gehhilfen. Ich frage mich, was mit Natascha los ist. Vielleicht hat sie ja nur den Bus verpasst. Aber vielleicht ist sie ja auch Krank oder so was ähnliches. Diesmal fährt der Bus nur bis zur Korn Street, weil in der Havner Street gerade ein Rohrbruch ist. Es sind ungefähr 10 Minuten zu Fuß. Aber ich habe ja noch genug Zeit, weil der Bus halt pünktlich kam. Bei der Firma angekommen, sehe ich eine junge Frau hinter der Information sitzen. Ihr Name ist Miss Kingdom und sie ähnelt Miss Howter. Diese Ähnlichkeit ist auch Willy aufgefallen, der komischer Weise heute total fröhlich ist. Heute ist irgendwie ein seltsamer Tag. Ich gehe weiter Richtung Fahrstuhl. Doch diesmal fahre ich bis zum 6. Stock. Ich gehe an Nataschas Büro vorbei und klopfe an ihre Tür. Keine Reaktion. Dann klopfe ich ein 2. Mal. Dann plötzlich höre ich eine verschlafene Stimme „herein bitte“ sagen. Ich öffne vorsichtig die Tür und meine erste Frage ist gleich,  warum sie nicht im Bus war. Sie antwortet mit verschlafenden Augen, dass sie gestern noch bis in die Nacht arbeiten musste und dann einfach eingeschlafen ist. Beruhigt verabschiede ich mich von ihr und gehe wieder Richtung Fahrstuhl. Mit ihm fahre ich zwei Etagen höher. Mit einem lächeln im Gesicht gehe ich zu meinem Büro. Heute ist auch wieder mehr los auf dem Flur, obwohl er gestern noch leer war. Beim Büro angekommen, konnten mir sogar die ganzen Mappen das Lächeln nicht aus meinem Gesicht vertreiben. Wieder schalte ich das Radio an und beginne mit meiner Arbeit. Im Radio läuft ein richtig fröhliches Lied, was mich total motiviert. Heute habe ich sogar Zeit für die Mittagspause. Schon zur Mittagspause hatte ich 4 Mappen fertig. Ich beende erstmal meine Arbeit und fahre mit dem Fahrstuhl in den 6. Stock und von da aus zu Nataschas Büro. Ich klopfe an ihre Tür und sie bittet mich herein. Erst ist Stille, doch dann frage ich ob sie mit mir Essen gehen möchte. Sie fängt an verlegen zu grinsen und bejaht meine Frage. Der erste Schritt war geschafft. Ich gehe mit Natascha zum Chinesen um die Ecke. Dort kommen wir so richtig ins Gespräch und ich merke langsam so eine kleine Spannung zwischen uns. Aber ehe man sich verguckt, ist es auch schon 12.30 Uhr und wir müssen zu zurück an die Arbeit. Besonderes ich, denn da hängt viel von ab. Im schlendernden Gang gehen wir zur Firma zurück. Natascha redet viel. Sie redet aber keinen Blödsinn, sondern interessante Dinge über die ich sonst gar nicht so nachdenke. Es ist schön ihr zu zuhören. Ihre schöne Stimme verzaubert all meine Sinnesorgane und man lernt einiges dazu. Ich bin sogar so in Gedanken, dass ich fast gegen die Tür gelaufen wäre. Das wäre schön blöd gewesen. Na ja ist ja gerade noch mal gut gegangen. Ich begleite Natascha noch zu ihrem Büro. Dort angekommen wollte sie mich noch nach der Arbeit zu einem Glas Wein einladen, doch ich muss wieder einmal abdanken, weil ich ja noch so viel arbeiten muss. Total verträumt fahre ich in den 8. Stock und gehe gut gelaunt in mein Büro. Ich muss die Mappen unbedingt schaffen, denn ohne Job habe ich kein Geld und ich könnte Natascha nichts mehr bieten. Ich mache mich wieder an die Arbeit. Doch diesmal lasse ich das Radio aus. Endlich bei der 14. Mappe angekommen. Ach verdammt, es ist gerade mal ein Viertel geschafft. Jetzt erst mache ich mein Radio an. Ich erwische gerade noch den Radiosprecher, der sich gerade mit seinem Lieblingslied verabschiedet. Der Radiosprecher verabschiedet sich immer so ab ca. 0.00 Uhr. Das heißt, dass es sich nicht mehr lohnt nach Hause zu gehen. Im Büro zu schlaffen ist für mich kein Problem, denn ich hab ein großes Sofa in meinem Büro stehen. Mein Büro war vorher mal ein Warteraum für Besucher, aber der wurde jetzt verlegt. Der Chef wollte das Sofa wegwerfen, doch ich wollte es gehalten. Nun steht es hier in meinem Büro. Das ist eigentlich ne gute Sache. Es kommt öfters vor das ich sehr lange Arbeiten muss. Dann hab ich meistens keine Lust mehr nach Hause zu gehen. Deswegen liegen Kissen und Decke auch immer im Schrank bereit. Ich hole die Sachen also aus dem Schrank und mache mir mein Nachtquartier fertig. Doch ans einschlafen konnte ich im Moment nicht denken. Ich muss mir überlegen wie ich noch näher an sie heran komme. Immer absagen wegen der Arbeit ist auch nicht das Ware. Aber was soll ich tun? Wenn ich die Arbeit vernachlässige  verlier ich meinen Job, aber wenn ich Natascha zu sehr vernachlässige denkt sie bestimmt ich interessiere mich nicht für sie. Es ist einfach alles blöd im Moment. Wenn ich doch ne Lösung finden könnte. Na ja nun muss ich erstmal schlafen, sonst bin ich morgen zu müde für die Arbeit. Meinen Radiowecker stelle ich auf 7 Uhr damit ich morgen Abend nicht wieder hier schlafen muss. Es dauert auch nicht lange bis ich einschlafe. Am nächsten Morgen wache ich pünktlich um 7 Uhr auf. Im Radio spielen sie gerade das neue Lied von den Foo Fighters. Da kommt mir blitzartig eine Idee in den Kopf. Ich wusste durch Tom meinen Arbeitskollegen, dass Natascha die Band doch so gerne mag und sie spielen in 2 Wochen hier in  Manchester. Das kommt wie gerufen. Schnell mache ich  mich auf zum Hörer um Karten zu bestellen. Doch auf dem Weg dahin stolpere ich und fall volle Kanne auf die Kante vom Schreibtisch. Das gibt einen schön großen blauen Fleck. Langsam rapple ich mich auf und gehe schön langsam zum Schreibtisch. Doch da merke ich, dass ich mir den Sturz hätte sparen können, denn die Tickethotline ist erst ab 9 Uhr besetzt. Wenn ich schon mal auf den Beinen bin, kann ich auch gleich an den Mappen weiterarbeiten. Ich bin so in die Arbeit vertieft, dass ich sogar nicht mal merke, dass ich keine Hose anhabe. Erst als ich zum Klo wollte, ist es mir aufgefallen. Natascha bringt mich im Moment total aus der Fassung. Sie ist eine Windböe, die in mein Leben weht. Sonst war mein Leben eher wie ein Haus aus Steinen, wo eine Windböe nicht viel Schaden anrichtet. Doch im Moment ist es eher wie ein Kartenhaus. Da reicht eine kleine Böe um das Haus zum einstürzen zu bringen. Okay man kann Natascha nicht als Windböe,  sondern eher als Orkan, der meine Karte durcheinander weht. Auf dem Klo angekommen, höre ich 2 Kollegen über das Foo Fighters Konzert reden. Sie meinen es ist fast ausverkauft. Na klasse schon wieder drohte mein Plan zu platzen. Aber es ist ja nur fast Ausverkauft, also besteht noch Hoffnung, dass es noch Karten gibt. Ich gucke nervös auf die Uhr. Es ist gerade 8.45 Uhr, also noch genug Zeit um mich zur erleichtern. Ich beeile mich, denn ich will ja noch Karten kriegen. Wieder im Büro angelangt, wähle ich sofort die Nummer von der Tickethotline. Verdammt noch niemand da. Um mir die Wartezeit zu verkürzen, mache ich bei Mappe 24 weiter. So um 9 Uhr rufe ich noch mal dort an, doch diesmal ist besetzt. Ich arbeite also an der Mappe weiter. 5 Minuten später rufe ich erneut an. Diesmal geht ein junger Mann ran mit einer kratzigen Stimme. Er muss mir leider verkünden, dass eben die letzten Karten weggegangen sind. Traurig lege ich wieder auf. Ich mache also mit meinen Mappen weiter. Aber kann ich einfach so Aufgeben oder gibt es vielleicht doch noch eine Lösung? Ich überlege und überlege, doch mir fällt einfach nichts ein und um 12 Uhr bin ich auch wieder mit Natascha beim Chinesen verabredet. Aber so wie ich aussehe kann ich mich nicht beim Mittagessen sehen lassen. Meine haare sind noch wirr und besonderes riechen tue ich auch nicht. Mir muss etwas einfallen, wie ich diesen Zustand ändern kann und das möglichst schnell, denn es ist schon 11.20Uhr. Mir bleibt nichts anderes übrig als mir auf den Klo die Haare zu machen und mich zu waschen. Um zu verhindern das jemanden hinein kommt, hänge ich ein Schild mit der Aufschrift „ Wegen Reinigungen geschlossen“ an die Tür. Ich hätte nie gedacht, dass man sich so gut auf den Klo waschen kann. Sachen gibt’s! Jetzt muss ich mich aber beeilen, damit ich nicht zu spät komme. Ich eile zum Chinesen. So schnell war ich noch nie dort. Aber auch die Mühe hätte ich mir sparen können, denn Natascha kommt 10 Minuten zu spät. Mir fällt auf das wir wieder das gleiche zu Essen bestellen. Entweder hat sie genau den gleichen Geschmack wie ich, oder es ist einfach nur Zufall. Diesmal reden wir viel über Computer und das Internet. Schon nach so ca. 5 Minuten fällt das Wort „EBAY“. Schlagartig kommt mir ne Idee. Bei Ebay bekommt man doch alles und ich bin mir sicher, dass ich dort Karten fürs Konzert bekomme. Meine Laune wurde sofort besser. Natascha und ich reden noch gut mit einander. Mir kommt es so vor als ob die Pause voll kurz ist. Ehe man sich versieht ist die Pause rum und es geht wieder an die Arbeit. Für uns wird es auch wieder Zeit, dass wir wieder an die Arbeit gehen. Zusammen gehen wir  zurück zur Firma. Diesmal fragt sie mich wieder, ob ich Lust auf ein Glas Wein hätte. Ich nehme diesmal die Einladung  natürlich an. Wäre doch schön blöd von mir, wenn ich diese Chance vergeigen würde. Noch nicht mal richtig im Büro angekommen, stürze ich mich gleich an den PC. Anschalten und dann ab zu Ebay. Immobilien, Handys, PC und Spiele, ahh da kommt Musik. So jetzt auf Tickets und dann auf Foo Fighters. So da ist ja schon was. Am 20.05. in Manchester in der Middley Pub. Ach du Scheiße, 2 Karten 120 Dollar und neu kosten die nur 25 Dollar. Aber sie sind Sofortkauf und Natascha ist es alle Mal Wert. So jetzt auf bestellen und alles ist wieder okay. Jetzt muss ich aber unbedingt weiter arbeiten. Muss es bis zur Hälfte schaffen, wenn ich es noch rechtzeitig schaffen will bis zur nächsten Woche. Denn ohne Job kann ich mir die Karten nicht leisten, müsste mich nach einer kleineren Wohnung umschauen und einen neuen Job suchen. Das kann ich mir alles ersparen, wenn ich jetzt weiter arbeite. Der Tag vergeht langsam und es ist bald Feierabend. Ich bin bis zur 47 Mappe gekommen, 5 Mappen weiter als ich mir vorgenommen habe. Pünktlich um 18.00 Uhr steht Natascha in meinem Büro und will mich abholen. Sie verrät mir auch nicht wohin die Reise geht. Natascha hatte aber noch keine Lust auf Wein und sie beschließt mit mir zum Miller Park zu gehen. Der Miller Park wurde  übrigens nach meinem Uropa benannt. Er kaufte das Land den Russen ab, die einen großen Markt bauen wollten. Doch nun steht hier ein großer Park. Als mein Uropa starb, hatte er den Wunsch genau in der Mitte des Parks begraben zu werden, dort wo die große Eiche steht, die er gepflanzt hat. Diesen Wunsch haben wir ihm erfüllt und sein Grab befindet sich neben der großen Eiche. Aber jetzt wieder zurück zu Natascha und mir. Sie erzählte viel über ihre Kindheit. Sie sagt immer „ So schön wie hier ist es bei uns nicht“. Diesen Satz hat sie in 5 Minuten mindestens 10 Mal gesagt. Mir ist das ja egal. Von mir aus kann sie es jede Minute sagen, wenn sie es bei jedem Mal mit der gleichen Überzeugung macht. Plötzlich fragt sie mich, was ich so in meiner Kindheit getrieben habe. Tja was habe ich gemacht? Mit den Nachbarskindern gespielt, Fahrrad gefahren und mich oft hin gepackt. Also eine ziemlich langweile Kindheit. Nach so 100 Metern setzen wir uns auf eine Bank. Wir lauschen den Blättern, sehen den Kindern beim spielen zu und saßen einfach nur da und redeten kein Wort. Das ist merkwürdig, denn Natascha hat sonst immer ziemlich interessante Themen worüber man reden könnte. Auf einmal spüre ich ihre Hand auf meinem Knie. Ich nehme ihre Hand und streichle sie ganz sanft und zärtlich. Dann schauen wir uns beide ins Gesicht und müssen beide verlegen grinsen. Aber zwischen uns herrscht immer noch stille. Dann nimmt sie meine zweite Hand und sagt. „ Auf diesen Moment warte ich schon so lange. Du bist mir schon sofort auf gefallen, als ich dich das erste Mal im Bus sah. Du wunderst dich bestimmt warum ich immer in deinem Bus sitze, obwohl ich erst um 9 Uhr anfangen muss oder? Tja ich habe immer auf dich gewartet und gehofft das du da bist. So nun weißt du es.“ Als diese Worte aus ihren Mund kamen, wusste ich dass wir zusammen gehören. Dann schweigen wir wieder. Aber das Schweigen hält nicht lange, denn sie beginnt mich zu küssen. Doch dann unterbricht sie diesen zärtlichen Moment. Sie sagt wenn ich sie liebe soll ich sie küssen, doch wenn ich sie nicht liebe, soll ich einfach aufstehen. Ich bin total baff. Ist das nur ein Traum oder Realität? Das finde ich nur heraus wenn ich sie küsse. Ich beuge mich leicht nach vorne und drücke sanft ihr Kinn ein Stück hoch damit ich sie besser und sanfter küssen kann. Mein Herz schlug schnell, aber das war mir egal. Nicht zögernd küsse ich ihre sanften, roten Lippen. Das Aufeinandertreffen  unserer Lippen löst bei mir ein wunderschönes Gefühl aus. Es fühlt sich an, als könnte mein Herz vor Freude explodieren. Solche Momente gibt es nicht oft im Leben, also muss ich diesen Moment voll auskosten. Ich nehme meine Hand und streichle durch ihr langes, engelblondes Haar. Meine Finger spüren wie weich ihr Haar ist und meine Lippen kosten den Geschmack von Erdbeeren, der auf ihren Lippen liegt. Dann unterbreche ich den Kuss und frage ob sie Lust auf ein Glas Wein hat. Sie bejaht meine Frage und fügt noch hinzu dass sie schon etwas in ihrer Wohnung vorbereitet hat. Wir stehen langsam wieder auf und gehen Hand in Hand Richtung ihrer Wohnung. Diesmal ist mal wieder viel auf den Straßen los. Um diese Uhrzeit wird auch viel gedrängelt auf den Fußwegen. Ich hab mich schon so oft drüber aufgeregt, aber diesmal macht mir das gar nichts aus, weil ich Natascha an meiner Seite habe. Schweigen, das tun wir schon lange nicht mehr. Wir reden über all mögliche Themen. Von wichtigen Sachen, bis zu Sachen die eigentlich niemanden interessieren. Man braucht ca. eine Stunde zu Fuß zu ihr nach Hause. Bei ihr angelangt, sehe ich das unverhoffte. Der Flur ist voller Kerzen, im Wohnzimmer ist der Tisch gedeckt mit Rosen und vielen Kerzen, ein flauschiger Teppich liegt vorm Kamin, Rotwein steht neben dem Sofa und ihr Bett ist mir Rosenblättern bedeckt. Ich denke ich träume, doch als sie mein Hand nimmt und mich reinführt, wusste ich das es war ist. Sie meint ich soll es mir auf dem Sofa bequem machen und wenn ich will möchte könnte ich auch die Fotoalben durchgucken. Ich setze mich also auf das Sofa und nehme mir ein Fotoalbum zur Hand. Sogar als kleines Mädchen war Natascha wunderschön. Im ersten Bild steht sie vor einem Rosenbusch mit einem roten Kleid im Abendlicht. Umso weiter ich zum Ende komme, desto älter und schöner wurde sie. Ich bin richtig in die Bilder vertiefst. Ich merke nicht wie schnell die Zeit vergeht. Plötzlich höre ich Natascha, die mich zum Tisch ruft. Sie hat extra für uns gekocht. Das essen duftet herrlich und sieht auch klasse aus. Natascha macht die Kerzen an, während ich die Kerzen anzünde. Dann haben wir angefangen zu essen. Das Essen ist verdammt lecker. Sie kann echt gut kochen. Während des Essens frage ich, ob sie wusste dass ich heute mit zu ihr kommen werde. Sie schüttelt den kopf und sag: „ Ich habe es nicht gewusst. Ich bereite es jeden Morgen so vor und hoffe dann, dass du abends zu mir kommst!“ Ich kann es kaum glauben. Natasch lange liebt mich. Mich Alexander Miller der durchschnittliche Typ. Ich könnte in die Luft springen, aber ich lasse es lieber. Glaube das kommt nicht so gut beim Essen. Nach dem Essen spüle ich die Teller ab. Sie hat eine große und schöne Küche. Die Wohnung ist ganz schön groß, dafür dass sie alleine lebt. Sie hat auch einen guten Geschmack was Möbel und so angeht. Gerade mit dem Abspülen fertig, höre ich das neue Lied von den Foo Fighters. Ich frage sie ob dies ihre Lieblingsband ist. Sie bejaht dies und meint das sie voll gerne zum Konzert in 2 Wochen gehen würde, das ja leider ausverkauft ist. Tja wenn sie wüsste, dass ich bald Karten für die Band habe, dann würde sie sich glaube ich kaum noch einkriegen. Natascha setzt sich auf den Teppich und bittet mich zu ihr. Auf den Weg dahin, nehme ich noch den Rotwein mit, der neben dem Sofa steht. Zusammen trinken wir ein paar Schlücke Wein zusammen und reden über die Zukunft. Sie hat noch so einiges geplant. Ich dagegen habe mir noch nicht so viele Gedanken darüber gemacht. Ich weiß nur, dass ich aufs Land möchte und Kinder haben möchte. Ihr gefällt meine Idee mit dem Land. Sie kommt ja selber vom Land und sie fühlt sich in der Stadt nicht ganz so wohl. Plötzlich unterbricht sie das Gespräch und geht in Richtung Schlafzimmer. Sie fügt noch hinzu, dass ich in 5 Minuten nachkommen soll. Ich  bin echt gespannt was jetzt kommt. Jetzt sind 5 Minuten rum und ich gehe in ihr Zimmer. Überall auf dem Boden stehen Teelichter, auf dem Nachtschrank stehen 3 Duftkerzen die allesamt nach süßer Vanille duften. Das bett ist mit dunkelroten Rosenblättern bedeckt und Natascha liegt  nur mit roten Dessous auf den Rosenblättern. Natascha winkt mich verführerisch zu sich hin. Langsam komme ich zu ihr aufs Bett und spüre die Rosenblätter auf meiner Haut. Mein Kopf bewegt sich in Richtung Hals.  Mit sanften Küssen, küsse ich ihren Hals und meine Finger streicheln ihre zarte Haut. Sie streichelt durch meine Haare und beißt sich leicht auf ihre Lippen. Meine Lippen küssen immer weiter bis zum Mund. Sie öffnet ihren Mund und streckt etwas die Zunge heraus. Mit meiner Zunge führe ich ihre in den Mund zurück und spiele noch etwas mit ihrer Zunge während sie mir das Hemd aussieht. Sie dreht mich auf den Rücken und küsst zärtlich meine Brust. Mit der Zunge dreht sie kleine Kreise um meinen Bauchnabel. Ich öffne dabei ihren Bh und ziehe ihn aus. Ich beuge mich mit dem Oberkörper vor und küsse sie sanft oberhalb der Brust. Dann küsse ich ihre Brust und spiele mit der Zunge an ihren Brustwarzen. Sie öffnet mir die Hose und zieht sie mit der Boxershorts runter. Sie fängt an mich ab der Brust an zu küssen und dann immer weiter runter. Dann nimmt sie meinen Penis in den Mund und verwöhnt mich oral. Ich genieß dies einen Augenblick und dann zieh ich sie zu mir hoch. Wieder küssen wir uns mit der Zunge. Jetzt drehe ich sie auf den Rücken und ziehe ihren String aus. Erst küsse ich die Innenseiten ihrer Oberschenkel und dann zwischen ihren Beinen. Diesmal verwöhne ich sie oral und sie streift mir durchs Haar. Ich komm wieder hoch und spreize ihre Beine. Sanft führe ich meinen Penis in sie ein und stoße leicht zu. Sie stöhnt ganz leicht und drückt mich an sich. Ich dringe etwas tiefer in sie ein und sehe wie sie es genießt. Ich stoße jetzt etwas schneller und doller zu. Sie streichelt dabei sanft meinen Rücken. Dann dreht sie mich auf den Rücken und setzt sich auf mich drauf. Sie kreist ihre Hüften und bewegt sich auf und ab. Ich folge ihre Bewegungen mit dem Becken. Jetzt beginnen wir beide etwas lauter zu stöhnen. Sie erhöht leicht das Tempo und atmet sehr schnell. Wir machen so weiter und kommen beide gleichzeitig zum Orgasmus. Wir trinken noch ein Glas Wein und dann schlafen wir nebeneinander ein. Am nächsten Morgen wache ich um 6.50 Uhr auf und muss wieder zur Arbeit. Ich gehe in ihr Bad und mache mit fertig für die Arbeit. Bevor ich gehe schaue ich noch einmal in ihr Zimmer und beobachte sie noch etwas während sie schläft. Mit ihrem Lippenstift schreibe ich meine Entschuldigung an den Spiegel, weil ich ja wieder arbeiten muss. Ich gehe hinaus auf die Straße wo ich auf den Bus warte. Auch heute kommt der Bus pünktlich. Der Tag fängt ja schon mal gut an. Wieder sehe ich verliebte Paare im Bus die sich zärtlich küssen. Doch jetzt bin ich nicht mehr neidisch. Jetzt weiß ich, wie schön Liebe sein kann. Bei der Firma angekommen, sehe ich sogar Willy mit der neuen Frau hinter der Information flirten. Voller Elan gehe ich in mein Büro und mache mich sofort an die Arbeit. Ich arbeite und arbeite und komme der letzten Mappe immer näher. Sogar die Mittagspause habe ich ausfallen lassen, damit ich bald fertig werde. Nun ist es auch schon weit nach 18 Uhr, bloß an Feierabend kann ich jetzt nicht denken. Bin nur noch 18 Mappen von meinem Ziel entfernt. Ich arbeite noch bis tief in die Nacht, bis so gegen 3 Uhr. Mein Nachtquartier ist wieder das Sofa. Ist zwar nicht so schön weich wie mein Bett, aber man kann trotzdem gut drauf schlafen. Doch wieder konnte ich nicht einschlafen. Die Bilder der letzten Nacht fliegen in meinem Kopf herum. Diese Nacht werde ich so schnell nicht vergessen. Ich habe auch schon oft Mädchen geliebt, doch keines so sehr wie ich Natascha liebe. Endlich kann ich auch einschlafen. Am Morgen sieht die Welt gleich viel besser aus. Die Sonne scheint, es ist Windstill und ein Vogel sitzt auf meiner Fensterbank und zwitschert ein Lied. Das gibt mir noch mehr Schwung und die letzten 18 Mappen gehen mir so von der Hand. Ich finde die Mappen zusammen und lege sie ganz an die Kante des Schreibtisches. Ich muss noch nach meinen Mails gucken. Hoffe di Bestätigung ist schon dort, dass das Geld überwiesen ist und die Karten losgeschickt sind. Und die Mail ist da. Es klappt alles im Moment besser als ich gedacht habe. Um Punkt 15 Uhr gehe ich rüber zum Chef und lege ihm die Mappen auf den Pult. Er ist total erstaunt darüber, dass ich schon einen Tag früher fertig bin als geplant. Er bedankt sich bei mir und ich gehe zurück in mein Büro. Dort entspanne ich mich erstmal und höre etwas Radio. Es ist 17.50 Uhr und gleich Feierabend. Plötzlich kommt mein Chef durch die Tür und lobt mich. Er meint das es doch richt war, mir eine 2. Chance zu geben die ich auch gleich genutzt habe. Mein Chef hat mir auch den Montag frei gegeben, weil ich so viele Überstunden gemacht habe. Der Chef verabschiedet sich und ich mach mich auch fertig für den Heimweg. Ich verabschiede mich von Willy und gehe nach Hause. Auf dem Weg dahin, überlege ich mir was ich am Wochenende mit Natascha tun könnte. Mir fällt aber nichts Tolles ein und ich stehe schon an der Haustür. Ich schließe sie auf und höre mir die Nachrichten auf meinem Anrufbeantworter an. Natascha hat drauf gesprochen. Sie ist momentan bei ihren Eltern in Deutschland und kommt erst irgendwann in der Woche wieder. Nun brauch ich mir auch keine Gedanken machen. Dann werde ich wohl mit ein paar Kumpels in die Kneipe gehen. Jetzt aber erstmal ins Bett, denn ich bin todmüde. Diesmal schlafe ich sofort ein. Es ist wieder ein Morgen wo ich verschlafe. Den Bus habe ich schon verpasst, aber zu spät kommen kann ich mir nicht mehr leisten. Da kommt mir die Idee. Ich habe doch noch ein Fahrrad im Gemeinschaftskeller stehen. Das Fahrrad gehörte meinem vor Mieter, er hat mir das Fahrrad überlassen. Schnell renne ich in den Keller und pumpe die Reifen noch schnell auf und los geht’s. Ich radle so schnell ich kann. Bin fast bei meiner Firma und plötzlich kommt ein Auto von der Seite. Ich schaffe es gerade noch zu bremsen. Puh Glück gehabt. Endlich bei der Firma angekommen, stelle ich das Rad gegen die Wand und gehe eilig zum Fahrstuhl. Von dort an dann schnell ins Büro. Dort erschrecke ich weil mein Chef auf dem Sofa saß. Ich wundere mich warum, denn ich bin doch pünktlich. Dich Chef beruhigt mich und sagt dass er sich nur davon überzeugen wollte, dass ich auch pünktlich komme. Er verabschiedet sich und wünscht mir ein schönes Wochenende. Ich muss mich erst einmal hinsetzen, denn ich bin völlig außer Atem.  Das letzte Mal als ich mit einem Fahrrad gefahren bin war glaube ich vor 6 Jahren. Als ich das Radio an mache, sehe ich 6 neue Mappen auf meinem Schreibtisch liegen, die mir der Chef „freundlicherweise“ hinterlassen hat. Ich mache mich sofort an die Arbeit. Bei der ersten Mappe merke ich aber sofort dass die Mappen bestimmt nicht für mich gedacht sind. Das alles Insolvent Anträge, damit habe ich nichts am Hut. Trotzdem interessiert es mich welche Läden so dicht machen. Schon bei der zweiten Mappe bekomme ich einen Schreck. Der Chinese „ Mc Yung“ macht dicht. Immer wenn ich dort Essen gehe, ist es immer gut gefüllt. Deshalb versteh ich nicht warum er dann zu machen muss. Das interessiert mich jetzt sehr. Ich gehe rüber zu Mr. Thomson. Der weiß immer alles, wenn was los ist in der Stadt und er ist Besitzer einer kleinen Spielhalle in der Gegend. Er erzählt mir dass Mr. Yung besessen ist von Glückspielen. Er hat in mehreren Spielhallen viele Schulden gemacht. Bei Mr. Thomson hatte er zum Beispiel 1000 Dollar Schulden, die er aber schon seit einem Monat beglichen hat. Ich bedanke mich bei Mr. Thomson und gehe langsam zurück in mein Büro. Auf den Weg dahin überlege ich mir, wo ich heute es kann, denn bei Mr. Yung geht’s ja wohl schlecht. Ich schaue im Internet nach Restaurants in meiner nähe. Da  sind viele gute Restaurants drin, aber alle ziemlich teuer. Doch zwischen den ganzen Nobel Restaurants ist ein neuer Laden, der jeden Tag Buffet anbietet. Weil es schon 12 Uhr ist gehe ich mal zu diesen Laden und schaue was es da so gibt. Es ist ein schöner Laden mit 3 Räumen, Einen Speisesaal für Buffet, eine Tanzfläche und eine Kneipe neben an. Also für jeden Anlass was dabei. Mich erstaunt die große Auswahl am Buffet und das bei 10 Dollar Sattessen. Das Essen schmeckt hier wirklich sehr gut. Mit voll gefressenen Magen gehe ich zurück an meine Arbeit. Okay was heißt meine Arbeite, dass sind ja nicht meine Mappen die ich bearbeiten muss. Ich bringe die Mappen zurück zum Chef und frage ob er sich mit den Mappen nicht geirrt hat. Doch was mein Chef dann gesagt hat werde ich nicht vergessen. „Nein ich habe mich nicht geirrt. Mr. Calzonie hat gekündigt, denn er will zurück nach Italien, denn dort hat er neue Arbeit gefunden. Jetzt ist dieser Platz frei und ich habe keinen Besseren für diesen Job als sie. Sie brauchen sich nicht mehr mit Kleinkram abarbeiten, sie haben jetzt die großen Aufträge. Sehen sie es als Beförderung. So nun aber wieder ran an die Arbeit.“ Ich bedanke mich und gehe mit meinen Aufträgen zurück ins Büro. Der Fall mit Mr. Yung macht mir aber immer noch zuschaffen. Mit seiner Mappe fange ich an natürlich als erstes an. Ich suche die besten Möglichkeiten raus, wie er es schafft seine Schulden zu begleichen. Ich schreibe die Möglichkeiten auf und versuche sie so zu erklären, dass auch Mr. Yung es versteht. So nun bin ich mit dem Aufschreiben fertig, aber ich schicke es ihm nicht per Post, sondern gehe zu ihm hin und erkläre ihm die Möglichkeiten noch genauer. Mit den Unterlagen gehe ich zu seinem kleinen Laden. Mr. Yung ist erstaunt, dass ich persönlich vorbei schaue, denn sonst kommen diese Schreiben immer mit der Post. Ich setze mich mit ihm an einen Tisch und zeige ihn die Möglichkeiten, die am besten für ihn sind. Er bietet mir seine leckeren „Chinarollen“ an. Die sind so lecker, dass ich da natürlich nicht nein sagen kann. Mit gestärktem Magen machen wir uns wieder an den Insolvenzvertrag. Schnell einigen wir uns auf die beste Möglichkeit, nämlich den Laden zu verkaufen bevor der Wert sinkt. Er ist total erleichtert und bedankt sich rechtherzlich bei mir. Mit dem Gewissen was Gutes getan zu haben, mache ich mich wieder auf den Weg zurück ins Büro. Dort angekommen mache ich mich sofort auf die suche nach einem Käufer für das kleine Restaurant von Mr. Yung. Es dauert auch nicht lange bis ich jemanden gefunden habe. Der Name des Interessenten heißt Sun Kohai. Er ist vor kurzem erst nach Manchester gezogen, mit dem Vorhaben sein eigenes kleines Restaurant zu eröffnen. Ich rufe Mr. Kohai an und vereinbare einen Termin mit Mr. Yung und ihm. Der Termin ist schon nächste Woche. Ich bin leicht Stolz auf meine Arbeit, denn so was Großes mache ich zum ersten Mal. Da sind ja aber noch 5 andere Mappen, an die ich ran muss. Wie bei Mr. Yung suche ich bei allen 5 Fällen die besten Möglichkeiten raus. Aber diesmal versende ich sie mit der Post, weil ich die anderen Besitzer nicht kenne. So nun ist mein erster Tag in meinem neuen Beruf geschafft. Doch bevor ich zur Bushaltestelle gehe, lade ich erst einmal meine Kollegen und Kolleginnen morgen zu einem Bierchen in unsere Stammkneipe ein. So jetzt aber schnell zur Haltestelle, denn ich bin etwas spät dran. Aber als ich an der Bushaltestelle stehe, fällt mir ein, dass ich  doch heute Morgen mit dem Fahrrad gekommen bin. Es ist schönes Wetter und es ist ausnahmsweise wenig los auf den Straßen. Endlich zu Hause angekommen mache ich mir erstmal was zu essen. Zur Feier des Tages, hab ich eine Flasche guten Rotwein aus dem Kühlschrank geholt. So gegen 22.00 Uhr schlafe ich ein. Normalerweise schlafe ich nicht so lange, aber heute wache ich um 14.00 Uhr auf. Heute erstmal einen ruhigen schieben und dann abends zur Stammkneipe. Aber erstmal gehe ich zu meiner Bank und hole mir Geld. Einmal für heute Abend und einmal für die Tickets von den Foo Fighters. Der Nachmittag geht schnell vorbei, obwohl ich nichts tue. Ich mache mich fertig für den Abend.  Vorher schaue ich noch bei Mr. Yung vorbei, der jetzt doch wieder auf hat bis er den Laden verkauft hat. Dort esse ich seine „Chinarollen“ die mal wieder köstlich sind. Mr. Yung wollte, dass ich nichts bezahle doch dieses großzügige Angebot kann ich nicht annehmen. Ich bezahle also mein Essen und gehe zu unserer Stammkneipe „Hurley“. Dort angekommen, sehe ich meine Kollegen, die vollzählig erschienen sind. Das war auch zu erwarten, wenn jemand anderes ausgibt. Wir sitzen da also an unserem Tisch, trinken Bier und lachen sehr viel. Tom musste so doll lachen, dass in das Bier aus der Nase wieder rauskommt. Im leicht angetrunkenen Zustand, bemerke ich wie mich die neue Kellnerin die ganze Zeit anschaut. Sie sieht gut aus und ist bei den Stammgästen hier schon sehr beliebt. Wie sie das ich in dieser kurzen Zeit geschafft hat ist mir ein Rätsel, denn es ist hier schwer für neue Bedienungen. Alle erwarten hier, dass sie schnell ihr Bier kriegen und immer schön freundlich bedient werden. Tja betrunkene Engländer haben eben einen hohen Anspruch. Na ja aber auch nicht immer, wie man so aus Griechenland gehört hat, aber das ist jetzt Nebensache. Die Kollegen haben Durst, doch ihre Gläser sind leer, dass heißt für mich neues Bier zu kaufen. Jetzt habe ich auch die Möglichkeit die neue Kellnerin kennen zulernen. Ich bestelle 10 neue Biere und rede erstmal einen Augenblick mit der Kellnerin, die schon bei der Annahme der Bestellung sehr freundlich ist. Mir fällt auf, dass ihr Englisch noch leicht stockt. Sie hat so einen typischen deutschen Akzent, der bei Natascha aber überhaupt nicht zu hören ist. Ich frage sie ob sie aus Deutschland kommt. Sie fängt an zu grinsen und sagt ja. Sie kommt ursprünglich aus Bochum, doch da hat sie nichts mehr gehalten. Sie ging ein Jahr hier in Manchester auf die Schule und hat beschlossen hier her zu ziehen. Jetzt wohnt sie hier seit 3 Jahren und hatte schon viele Jobs gehabt. Sie hat sogar mal bei uns gearbeitet, aber in der 2. Etage und mit den Leuten habe ich recht wenig zu tun, eigentlich gar nichts. Und jetzt arbeitet sie seit einem Monat hier. Ich frage nach ihren Namen und der heute mich fast vom Stuhl. Ihr Name ist Anna Lange. Mir fällt ein, dass Natascha mal von einer Verwandten namens Anna Lange erzählt hat, aber ist es wirklich die Anna Lange? Stockend frage ich Anna, ob sie eine Natascha Lange kennt. Sie erschreckt leicht und sagt nach kurzer Zeit ja und meinte, dass sie ihre Cousine ist. Dann erkundigt sie sich nach meinen Namen und fängt an zu grinsen. Sie meint, dass Natascha schon viel von mir erzählt hat. Ich bin erstaunt wie klein die Welt doch ist. Natascha hat mir aber auch verschwiegen, dass ihre Cousine hier in Manchester wohnt.

Oh meine Kollegen warten schon, ich sollte das Bier mal rüberbringen. Wir trinken noch bis in den frühen Morgen. Es ist jetzt 5 Uhr und das „Hurley“ will auch zu machen. Ich bestelle mir ein Taxi, denn ich bin kaum noch in der Lage zu gehen. Bei mir zu Hause angekommen bezahle ich den Taxifahrer und gehe zur Wohnungstür. Dort verbringe ich eine Stunde, weil ich zu erst den Schlüssel nicht finden konnte und dann die Tür nicht aufgekriegt habe. Doch jetzt schmeiße ich mich ins Bett ohne meine Klamotten auszuziehen. Am nächsten Morgen wache ich mit einem totalen Kater auf. Mir geht’s echt verdammt dreckig. Ich glaube ich habe es gestern etwas übertrieben. Teuer war der Abend auch, denn ich habe gestern 100 Dollar im „Hurley“ gelassen. Na ja was soll’s, man wird ja nicht immer Befördert. Ich beschließe heute mal zu Hause zu bleiben und ein Buch zu lesen. Ich gehe also zum Regal und suche ein Buch aus. Ich entscheide mich für „The Green Mile“ von Stephen King. Dieses Buch lese ich den ganzen Tag lang, bis ich mich entschließe ins Bett zu gehen. So heute ist also mein zweiter Arbeitstag in meinem neuen Job und heute ist auch das Treffen mit Mr. Yung und Mr. Kohai.

Heute zieh ich mal meinen guten Anzug an, den ich wirklich selten trage, doch jetzt werde ich ihn wohl öfters anziehen. Der neue Job heißt auch mehr Geld, aber auch schwere Arbeiten. Ich mache mich auf dem Weg zur Bushaltestelle, wo der Bus auch schon wartet. Was heißt wartet, er hat gerade hier gehalten. Ich steige ein und setze mich neben eine ältere Frau, die nach Vanille dufte. Der Duft erinnert mich an die Nacht mit Natascha, wie wir uns liebten und nebeneinander einschliefen. Die ältere Dame sieht dass ich anfange verlegen zu grinsen und fragt ob ich verliebt bin. Da fange ich noch stärker an zu grinsen und bejahe die Frage mit einem nicken. Sie fragt wer die glücklich ist und ich sage Natascha Lange. Die Frau beginnt auch zu grinsen und meint, dass sie eine Wohnung unter Natascha wohnt. Natascha hilft ihr mit ihren Finanzen, weil die ältere Dame kaum Ahnung davon hat. Tja meine Natascha. Immer hilfsbereit wenn man sie nur drum bittet. Ich rede noch eine Weile mit der netten alten Dame und verabschiede mich dann von ihr, weil ich  jetzt aussteigen muss. Als ich in die Firma gehe, sehe ich Willy wieder mit der jungen Frau, die hinter der Information sitzt, flirten. Wieder fange ich an zu grinsen. Überall wo ich hinschaue sehe ich verliebte Menschen, die sich küssen und sich an den Händen halten. Ja das ist der Frühling, eine Zeit der Liebe und der guten Laune. Aber wenn ich an den Frühling 1993 denke, wird mir wieder ganz anders. Ich war zu der Zeit ziemlich depressiv. Wurde von Mädchen oft verarscht, wurde oft zusammen geschlagen und mein Onkel brachte sich nach der Beerdigung meiner Tante um. Ich war kurz davor mich umzubringen, aber ich hatte noch zum Glück meine beste Freundin die mich davon abbringen konnte. Ich habe keine Ahnung wie sie das geschafft hatte, denn ich war damals an einem Punkt wo mir alles Scheiß egal war. Mir war es sogar egal wie sich andere fühlen würden, wenn ich mich umbringen würde. Aber ich lebe ja noch und ich bin meiner besten Freund sehr dankbar dafür, dass ich noch ich hier stehe und mein Leben genieße. Meine damals beste Freundin hieß  Rebecca Woitschic, die jetzt aber Rebecca Kiss heißt. Sie wohnt nicht mehr in Manchester, sondern in Liverpool. Sie zog dort mit ihren Mann hin, weil er da Arbeit gefunden hat. Ich habe kaum noch Kontakt zu ihr, was schade ist, denn ich mag sie immer noch sehr. Und das war ein Frühling, denn ich am liebsten vergessen würde. Nun aber zurück zum hier und jetzt. Wieder einmal warte ich auf den Fahrstuhl, der lange braucht, bis er unten ist. Als die Tür auf geht, sehe ich Mr. Calzonie aus dem Fahrstuhl aussteigen. Er hat seine letzten Sachen aus dem Büro geräumt und das ist jetzt bestimmt das letzte Mal wo ich ihn sehe. Oben angekommen, gehe ich in mein Büro. Auf den Weg dahin, liegt das alte Büro von Mr. Calzonie. Dort sitzt aber schon ein neuer Kollege, der die Arbeit übernimmt, die ich vorher getan habe. Ich begrüße ihn und biete ihn meine Hilfe an, wenn er welche braucht, denn ich habe diese Arbeit schon 9 Jahre lang gemacht und die Fälle sind alle gleich, aber wirklich alle. Er ist froh darüber, dass er einen hier hat, der das  kann. Er ist gerade mal 18 Jahre alt, genauso alt wie ich, als ich hier angefangen hat. Sein Name ist Vincent Calzonie, doch er hat nichts mit Mr. Calzonie zu tun, der hier vorher seine Arbeit erledigte. So in gut 2 Stunden muss ich auch zu Mr. Yung und muss versuchen sein Geschäft zu verkaufen. Ich setze mich also an meinen Schreibtisch und schreibe alle Positiven Eigenschaften auf einem Zettel und bereite mich auf das Gespräch vor. Ich bin ziemlich nervös, denn so was mache ich zum ersten Mal und Fehler darf ich mir nicht erlauben, denn Mr. Yung ist ein feiner Kerl, der das Beste verdient hat, obwohl er so verschuldet ist. So die 2 Stunden sind auch um und ich mache mich auf dem Weg zu Mr. Yung´s Laden, den er richtig gereinigt hat. Ist ja auch wichtig, wenn man seinen Laden verkaufen will. Ich bin pünktlich da, doch von Mr. Kohai ist noch nichts zu sehen. Doch nach einer halben Stunde Verspätung, kommt Mr. Kohai endlich. Wir beginnen gleich das Gespräch und legen die Fakten auf den Tisch. Das Gespräch läuft gut, denn beide sind über den Stand sehr erfreut. Nach einer Stunde ist der Laden an Mr. Kohai verkauft. Aber das ist nur eine erfreuliche Sache. Mr. Kohai hatte werden des Gespräches verschiedene Speisen gekostet und er war damit mehre als zu frieden. Er beschließt sich den Laden zu kaufen, mit samt den Arbeitern die auch für Mr. Yung tätig waren. Mr. Kohai möchte auch, dass Mr. Yung weiter in der Küche für ihn arbeitet. Mr. Yung und Mr. Kohai bedanken sich bei mir und für mich ist die Sache gegessen. Mit erfreutem Gesicht, gehe ich zurück in die Firma an meine Arbeit. Doch kaum dort angekommen, ruft mich mein Chef in sein Büro. Mr. Yung hatte während ich auf den Weg zur Firma war bei meinem Chef angerufen und hat ein sehr gutes Wort für mich beim Chef eingelegt. Mein Chef ist mit meinen Leistungen sehr zufrieden und gibt mir eine Mappe in die Hand. Es geht um unsere Stammkneipe „Hurley“. Auch sie haben ein Geldproblem und haben Insolvenz beantragt. Auch mein Chef geht dort gerne mal einen Trinken und vertraut mir den Fall an, weil ich es bei Mr. Yung so gut hingekriegt habe. Ich bedanke mich beim Chef und gehe zurück  in mein Büro. Ich muss versuchen einen Käufer zu finden, der nicht nur das „Hurley“ abkauft, sondern auch die Angestellten übernimmt, denn Anna arbeitet ja dort und ich mag sie sehr. Doch diesmal ist es schwierig einen Käufer zu kriegen, denn die Kneipe liegt nicht ganz so im Zentrum wie der Laden von Mr. Kohai. Ich telefoniere mit vielen verschiedenen Leuten,  doch alle haben kein Interesse. So geht es mehrere Tage lang weiter. Heute am 18.05. kommt Natascha zurück aus Deutschland. Wir verabreden uns bei Mr. Kohai zum Essen und ich erzähle ihr erst einmal den Grund warum „Mc Yung“ nicht mehr „Mc Yung heißt, sondern jetzt „Mc Kohai“. Sie ist sehr erfreut über meinen Erfolg im Moment. Doch dann erzähle ich ihr die Sache mit dem „Hurley“. Sie meint das sie darüber bescheid weiß und vielleicht einen Interessenten hätte. Ich bin total erstaunt und will sofort  wissen wer der Interessent ist. Sie meint dass ihr Bruder eine Kneipe leiten will und gerne das „Hurley“ übernehmen möchte. Sie gibt mir seine Adresse und meint, dass ich mich ruhig bei ihm melden soll. Ich bin erfreut, denn ich bin schon etwas weiter mit dem Fall. Aber der Fall war nicht der einzige Grund warum ich mit Natascha reden musste. Denn in der Zeit, wo ich vergeblich versucht hatte, einen Interessent zu finden, kamen die Tickets fürs Foo Fighters Konzert. Ich sage Natascha dass sie die Augen zu machen soll und lege die Karten auf den Tisch. Jetzt öffnet sie ihre Augen und küsst mich total stürmisch. Sie kriegt sich kaum ein, doch dann fragt sie wie Teuer die waren. Ich sage darauf nur, dass der Preis bei so einer Schönheit wie ihr keine Rolle spielt. Dann ist die Mittagspause auch schon rum und wir müssen beide zurück zur Arbeit. Ich setze mich sofort an den Schreibtisch und rufe den Bruder von Natascha an, doch das Gespräch ist schwieriger als erwartet. Er kann nicht so gut englisch, aber wir haben es trotzdem geschafft ein Treffen abzumachen. Der Bruder kommt jetzt am Dienstag 23.10. zu uns nach Manchester. Für mich gibt es heute nichts mehr zu tun und ich versuche nur noch einen Abholservice zu finden, der Natascha und mich am Sanstag zum Konzert bringt. Nach ewiger Suche finden ich einen Fahrservice, der nicht all zu Teuer ist. Nicht das Natascha nicht mehr Wert wäre, aber die Karten waren schon Teuer genug. So jetzt ist es auch schon 18 Uhr und Zeit für mich zu gehen. Ich fahre also mit dem Bus nach Hause und lese noch etwas in dem Buch „The Green Mile“ weiter. Ich bin so in das Buch vertieft, dass ich die Zeit ganz vergesse habe. Es ist jetzt schon 1 Uhr nachts und ich muss Morgen wieder früh raus. Am nächsten Morgen schaffe ich es trotzdem gut aufzustehen und gehe noch schnell zum Blumenladen um die Ecke der schon um 6 Uhr morgens auf hat. Der Besitzer nennt sich „die Rettung der Männer“, die vergessen ein Geschenk für ihre Frau zum Hochzeitstag oder zum Geburtstag zu kaufen. Er hat wirklich schöne Blumen, die auch noch günstig sind. Übrigens ist auch der einzige Mann, der in Manchester ein Blumengeschäft führt. Es gibt zwar viele Blumenläden in Manchester, aber alle gehören Frauen. Das macht ihn noch sympathischer. Ich bestelle bei ihm einen Strauß Rosen, die er persönlich zu Natascha ins Büro bringen soll, mit einer Karte wo „Ich Liebe Dich!“ drauf steht. Jetzt muss ich aber auch zum Bus, sonst verspäte ich mich wieder. Heute sitzt Natascha auch wieder in meinen Bus, doch ich setze mich nicht neben ihr. Ich setze mich 3 Reihen schräg hinter sie, damit ich sie beobachten kann. Obwohl wir ein Paar sind, macht es mir immer noch Spaß sie zu beobachten und zu glauben, sie sei unerreichbar. Heute ist es auch sehr warm, also sind die Fenster im Bus immer auf. Der Bus kann heute auch schneller fahren, weil die Baustellen alle fertig sind, die auf der Strecke liegen. Natascha sitzt genau neben einen Fenster und ihre langen Haare wehen im Wind, während die Sonne die Haare glänzen lässt, wie in einem Film. Doch wir sind kurze Zeit später in der Havner Street und ich warte wieder bis sie drin ist und gehe dann hinterher. Als ich dann auch endlich reingehe, sehe ich Willy traurig auf seinen Stuhl sitzen, denn die Frau hinter der Information hat heute Urlaub. Ich muntere Willy etwas auf und gehe in mein Büro. Ich arbeite bis zum Mittag und gehe dann wieder mit Natascha bei Mr. Yung, ähh ich meine bei Mr. Kohai essen. Beim Essen küsst mich Natascha wieder ganz sanft und bedankt sich damit für den schönen Strauß Rosen, den ich ihr geschenkt habe. Wir essen die berüchtigten „Chinarollen“, die Mr. Yung uns zu einem Herz zusammenlegt hat. Wir sitzen auch an unserem Stammplatz. Diesen Platz reserviert Mr. Kohai immer für uns, denn es ist jetzt mittags noch voller, als zu den Zeiten von Mr. Yung. Mr. Kohai hat auch ein paar von seinen Gerichten auf die Karte gesetzt, die den Laden noch voller machen. Diese 30 Minuten jeden Mittag gehen ziemlich schnell um und wir müssen wieder zurück an die Arbeit. Während der Mittagspause hat mein Chef mir neue Mappen auf den Tisch gelegt, die alle im Laufe des Tages erledige. Langeweile habe ich selten bei der Arbeit, denn ich habe meistens keine Zeit um mich zu langweilen und die Gespräche mit so manchem Firmenboss ist sehr unterhaltsam, denn viele sind Ausländer und können nicht so gut englisch, obwohl davon einige eine ganze Zeit hier schon wohnen. Ich schließe gerade mit der letzten Mappe für heute hab und fahre dann mit dem Bus nach Hause. Zu Hause lese ich mein Buch zu ende. Das Buch ist ziemlich bewegend. Denn der Mann der umgebracht werden soll ist unschuldig und wird trotzdem hingerichtet. Jetzt muss ich aber ins Bett, denn Morgen wird ein langer Tag. Am nächsten Morgen wache ich so gegen 13 Uhr auf. Ich gehe dann noch leicht verschlafen zum Friseur, denn meine Haare werden langsam etwas zu lang und müssen ab. Beim Friseur angekommen, sehe ich einen Mann sitzen, denn ich irgendwo her kenne. Zwar nicht persönlich, aber vom sehen her. Mir fällt aber nicht ein woher ich ihn kenne. Ist jetzt aber auch egal. Mein Friseur bittet mich zu setzen und legt mir das Tuch um den Hals. Ich sage “Nur so wie“ immer und er legt los. So ca. eine halbe Stunde dauert es bis er fertig ist. Sonst kenn ich viele Friseure die gerne reden bei der Arbeit, doch er ist immer sehr still. Doch wenn man ihn etwas fragt, antwortet er freundlich, stellt aber keine Gegenfrage. Schon etwas seltsam. Aber mir soll’s recht sein, solange er meine Haare vernünftig schneidet. Der Besuch kostet mich wieder einmal 20 Dollar und ich gehe mit gut geschnittenen Haaren nach Hause. Dort bade ich mich und mache mich fürs Konzert fertig. Hab mir dafür extra ein Foo Fighters T-Shirt und ihre neue CD gekauft. Jetzt ist es 18.30 Uhr und der Abholservice steht schon vor meiner Tür. Ich steige ein und dann fahren wir zu Natascha. Auch sie ist schon fertig und wir fahren ins Middley Pub. Draußen wartet schon viele Mensch, die rein wollen. Um 19.30 Uhr werden die Türen geöffnet und wir können rein. Obwohl  wir in der Schlange fast ganz hinten waren, sind wir bis zur 2. Reihe durch gekommen. Ich fühle mich mit meinen 27 Jahren ziemlich alt, denn der Altersdurchschnitt ist so um die 18 Jahre rum oder so. ist ja auch egal, denn ich bin mit Natascha hier und das reicht mir. Um 20 Uhr startet der Abend mit einer Vorband. Ihr Name ist „Broken Arrow“ und sie spielen recht gut. Eine Mischung so aus Rock und Metal. Nach einer halben Stunde waren sie fertig und auf der Bühne beginnen sie für Die Foo Fighters aufzubauen. Jetzt kommt der Gitarist auf die Bühne und alle jubeln, doch ich war zu sehr erschrocken um zu jubeln. Der Gitarist saß heute Mittag bei meinen Friseur und ich habe ihn nicht erkannt. Ich glaube da hat ihn niemand erkannt, denn er wurde wie alle Kunden behandelt. Das muss ich sofort Natascha erzählen. Doch sie glaubt mir das nicht, was eigentlich nicht so wild ist, denn das würde mir wohl niemand glauben. Der Gitarist beginnt mit einem Solo. Die Menge tobt und kann sich kaum einkriegen. Jetzt macht der Gitarist eine Pause und als er wieder in die Saiten haut, fällt der Vorhang mit einem Knall herunter. Dahinter warte der Rest der Band und beginnt jetzt mit dem Lied „All My Life“. Sie spielen viele Klassiker, aber auch ein paar Lieder von ihrer neusten Platte. Damit konnte ich mehr anfangen, als mit dem Rest. Natascha ist schlichtweg begeistert. So um 1 Uhr spielt Foo Fighters ihr letztes Lied. Nachdem Konzert bittet mich einer von den Aufpassern hinter die Bühne. Ich nehme Natascha an die Hand und wir gehen hinter die Bühne. Dort wartet der Gitarist auf mich und hat die Rechnung vom Friseur in der Hand. Er meint mich wieder erkannt zu haben und wollte mich einfach mal sprechen. Wir redeten eine Weile, doch Natascha hat kein Wort über ihre Lippen gebracht, denn sie war zu baff um was zu sagen. Der Gitarist gab uns Autogramme und wir sind dann gegangen. Total müde gehen Natascha und ich zu mir nach Hause. Vor der Haustür, wollte ich Natascha hinein beten, doch sie lehnt dankend ab. Ich schließe also die Tür auf und sage Natascha noch auf wieder sehen. Ich geh hinein und will gerade die Treppe hochgehen, als ich einen lauten Knall höre. Ich habe mir schon gedacht, dass Natascha was passiert ist und renne hektisch raus. Dort bleibe ich kurz erschrocken stehen, weil Natascha regungslos auf der Straße liegt. Einige Sekunden später renne ich zu ihr und knie mich neben ihr. Meine Hände zittern und ich beginne zu weinen. Ich schreie laut ihren Namen und der Autofahrer der sie angefahren hat, ruft den Krankenwagen. So 10 Minuten später kommt der Krankenwagen endlich. Diese 10 Minuten waren die längsten 10 Minuten die ich je hatte, denn Natascha ist bewusstlos und hat kaum Puls. Der Krankenwagen fährt sie ins Krankenhaus und der Autofahrer fährt mich auch zum Krankenhaus. Auf der Fahrt dahin hat er sich mindestens tausend Mal entschuldigt. Er meint dass Natascha um die Ecke kam und er sie nicht gesehen hat, weil ein anderes Auto ihn geblendet hat. Ich glaube den Mann der jetzt auch zu weinen beginnt. Endlich beim Krankenhaus angekommen, renne ich bis zur Tür vom OP und warte dort auf erste Ergebnisse. Ich warte und warte und endlich kommt ein Arzt. Er erzählt dass Natascha am Leben ist, aber im Koma liegt. In dem Moment falle ich auf meine Knie und fang heftig an zu heulen. Der Arzt meint, dass die Chance gering ist, dass Natascha je wieder aufwacht und rät mir jetzt erst einmal nach Hause zu gehen, doch ich bleibe hier. Er respektiert meine Entscheidung und ich gehe zu Natascha ins Krankenzimmer. Sie ist an viele Apparate angeschlossen und ihre Augen sind geschlossen. Trotzdem ist sie wunderschön, obwohl sie an viele Geräte angeschlossen ist und viele Wunden hat. Ich nehme mir einen Stuhl und setze mich neben ihr ans Bett. Ich nehme ihre Hand und streichle sie. Ich fange sogar an zu beten, dass sie wieder aufwacht. Kurze Zeit später schaffe ich es auch die Augen zu schließen. Am nächsten Morgen rufe ich erstmal ihren Bruder an und erzähle im was passiert ist. Er ist am gleichen Tag noch gekommen, aber das Gespräch mit „Hurley“ hat er nicht abgesagt, weil Anna ja da noch arbeitet. Meinen Chef habe ich auch noch angerufen und mir erstmal für den ganzen Monat Urlaub genommen. Ich sitze die ganze Zeit an ihrem Bett und hoffe dass sie aufwacht. Mein Magen knurrt nicht, obwohl ich noch nichts gegessen habe. Ich kann im Moment auch nichts essen. Am Abend kommt ihr Bruder im Manchester Krankhaus an. Er hat will erst einmal alleine bei Natascha sein. Ich respektiere seinen Wunsch und gehe nach Hause. Dort bekomme ich aber kein Auge zu, weil ich nur an Natascha denken muss. Am nächsten Morgen gehe ich wieder zum Krankenhaus und löse Bill ab. Er hatte auch schon den Termin vorgezogen und ist mir dankbar dass ich mich so um Natascha kümmere. Bill macht sich auch auf den Weg zum „Hurley“. Nun sitze ich wieder an Nataschas Bett und halte ihre Hand. Ich sitze hier schon den ganzen Tag und bete und bete dafür, dass sie aufwacht. Am Abend kommt Bill  wieder und erzählt, dass er das „Hurley“ gekauft hat. Wenigstens mal eine erfreuliche Nachricht. Er hat mich damit auch wieder abgelöst und ich gehe wieder einmal nach Hause. Diesmal schaffe ich es trotz Strapazen einzuschlafen. Am Morgen geht es wieder einmal zum Krankenhaus und löse Bill ab. So geht es 6 Tage  lang weiter. Am sechsten Tag ruft mich Bill total hektisch um 3 Uhr morgens an und sagt, dass Natascha wieder aufgewacht ist. Ich mache mich sofort auf den Weg zum Krankenhaus. Ich renne durch die Flure zu Nataschas Zimmer. Als ich sehe wie Natascha mich anlächelt, fange ich an ziemlich zu weinen. Doch es sind Freudentränen. Ich gehe zu Natascha ans Bett und küsse ihre Hand. Sie fasst mir kraftlos durchs Haar. Plötzlich kommt der Arzt rein und bittet  mich heraus. Das was er mir sagen will, gefällt mir gar nicht. Er meint, dass Natascha nicht lange wach bleiben wird und bald sterben wird. Diese Nachricht trifft mich wie ein Blitz und ich falle wieder auf meine Knie. Doch diesmal fange ich nicht an zu weinen und stehe wieder auf. Ich bitte den Arzt darum Natascha und ihren Bruder nichts davon zu sagen. Er respektiert meinen Wunsch und ich gehe zurück ins Zimmer. Ich tue so als ob nichts wäre, doch im Inneren fange ich an zu weinen. So gegen 15 Uhr will Bill gehen, doch ich bitte ihn zu bleiben, doch ich verrate nicht den Grund. Bill bleibt also mit mir hier und wacht über Natascha. Sie erzählt von ihren Plänen und was sie alles noch vorhat, wenn sie hier raus kommt. Ich lasse mir nichts anmerken und baue Natascha noch etwas auf und sie merkt mir nichts an. Doch Bill merkt was los ist und wird ganz still. Natascha sagt irgendwann. „ Wenn ich irgendwann sterbe, möchte ich neben deinem Uropa im Park begraben werde. Ich möchte jeden Tag neue Blumen auf den Grab haben und Kinder sollen neben meinem Grab spielen!“ Ich habe fasst angefangen zu weinen, doch ich darf mir nichts anmerken lassen. Ich verspreche ihr wenn sie stirbt. Sie neben meinen Uropa zu begraben. Kurze Zeit darauf schloss Natascha ihre Augen und wird sie nie wieder öffnen. Ich breche über ihr zusammen und fange an zu weinen. Ich frage mich warum Gott mir Natascha weggenommen hat, obwohl ich ihn angefleht habe sie leben zu lassen. Ich   bleibe noch eine Zeit lang neben ihr und gehe dann auch nach Hause. Dort rufe ich beim Bestattungsinstitut an und organisiere ihre Beerdigung. Ich setze auch ein großes Inserat in die Zeitung für ihre Beerdigung. Einen Sarg sucht Bill für sie aus und er kümmert sich um die Blumen. 2 Tage später findet die Beerdigung im Park statt. Es kommen sehr viele Leute, denn Natascha war sehr bekannt und beliebt bei den Leuten die da sind. Ein Klavier spielt ein sehr trauriges Lied, während ihr Sarg ins Grab gelassen wird. Die Trauergäste gehen nacheinander am Grab vorbei und verabschieden sich das letzte Mal von Natascha Lange. Von dem Mädchen, dass ich so geliebt habe und das ein viel längeres Leben verdient hätte. Ich bin der letzte der am Grab vorbei geht und werfe eine Karte auf ihren Sarg mit der Aufschrift „ Ich Liebe dich!“

 

 

 

 

 

 

 

Ende

 



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